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Sonntag, 20 Mai 2012
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Weißrussland Allgemein
Weißrussland


im deutschen Sprachraum auch unter dem Namen Belarus (amtliche Bezeichnung im diplomatischen Verkehr), der veralteten Bezeichnung Weißruthenien und (im früheren DDR-Sprachgebrauch) Belorussland bekannt – ist ein Staat in Osteuropa, zwischen Polen, der Ukraine, Russland, Lettland und Litauen gelegen.

Der Name Belarus ist ein seit dem Mittelalter in Gebrauch befindlicher und seit dem 19. Jahrhundert allgemein üblicher Name für diese Region und wird übersetzt mit „Weiße Rus“. Rus war im Ostslawischen der Name für skandinavisch-slawische Herrschaftsgebiete wie dem der Kiewer Rus, zu dem die Region von der Gründung an gehörte. „Weiß“ bedeutete im Mittelalter im geographischen Sinne "westlich" oder "nördlich". Belarus heißt also „Westliche Rus“. Daneben gibt es in Weißrussland auch die Ansicht, dass es noch andere mögliche Bedeutungen des Wortes gibt (siehe auch die beiden englischen Artikel zu Belarus und White Russia). Die Verwendung des Wortes Belarus bietet sich also an, um möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Jedoch hat sich in der deutschen Umgangssprache die Bezeichnung Weißrussland durchgesetzt. Speziell weißrussische offizielle Stellen benutzen auch in deutschsprachigen Texten bevorzugt den Namen Belarus, um die Unterscheidung von Russland zu verdeutlichen.

Geschichte Weißrusslands

Das Gebiet der heutigen Republik Weißrussland gehörte im frühen Mittelalter zur Kiewer Rus. Nach und nach gelangte das Gebiet jedoch zum Großfürstentum Litauen. Dessen Herrscher führte den Titel magnus dux Littwanie, Samathie et Rusie (siehe auch Goldenes Zeitalter (Weißrussland)). Die beiden Völker nennen sich selber in ihren Sprachen Litauer (lietuvis bzw. litwin). Später wurde Weißrussland Teil des Doppelstaates Polen-Litauen, bei dem es bis zum Ende des 18. Jahrhundert verblieb. Nach den polnischen Teilungen gelangte das Gebiet des heutigen Weißrusslands unter russische Herrschaft. Abgesehen von einer kurzen Phase der Unabhängigkeit zwischen 1917 und 1922 verblieb Weißrussland unter russischer Kontrolle bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991. Seitdem ist das Land ein eigenständiger Staat, der von 1991 bis 1994 von Stanislau Schuschkewitsch, seither autoritär von Aljaksandr Lukaschenka regiert wird. Dieser führte das Land in eine internationale Isolation, trotz halbherziger Versuche einer "Unionsbildung" mit Russland.

Stark betroffen war das Land vom Reaktorunglück am 26. April 1986 im ukrainischen Tschernobyl, das nur rund 10 km südlich der weißrussischen Grenze liegt. Nach der katastrophalen Kernschmelze und Explosion wurde die Warnung und die Evakuierung tausender Betroffener auf beiden Seiten der Grenze viel zu spät durchgeführt. Weißrussland war von den Folgen am schwersten betroffen, da hier 70% des Fallouts niedergingen; rund 22% des Landes waren mit Cäsium 137 verstrahlt.

Phase des sogenannten Kriegskommunismus

Am 25. Februar 1918 rückte das deutsche Heer in Minsk ein und eröffnet die Phase des sogenannten Kriegskommunismus, die von 1918 – 1921 anhalten soll. In dieser Phase wird am 1.Januar 1919 die Unabhängige Sozialistische Räterepublik Weißrussland proklamiert, doch bereits im August desselben Jahres besetzt Polen einen großen Teil Weissrusslands und auch die Hauptstadt Minsk. Diese Besetzung dauert bis zum 11.Juli 1920 an. Am 1.August 1920 wird schließlich die Neugründung der Weissrussischen Sowjetrepublik proklamiert.

In den Jahren 1929 -1939 werden ca. 300.000 Polen in Westweißrussland angesiedelt. Belarus blieb von der Hungerskatastrophe der Jahre 1932/33 verschont und nahm Flüchtlinge aus dem Süden auf. Die 30er Jahre wurden gezielt zur Kollektivierung der Landwirtschaft und Industrialisierung genutzt.


Der Zweite Weltkrieg

Im Sommer des Jahres 1941 erobert die Wehrmacht das Land innerhalb weniger Wochen. 1943 geht Chatyn in Flammen auf. Heute ist dieser Ort nahe Minsk eine Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Im Herbst des selben Jahres erobert die Rote Armee den äußersten Osten des Landes wieder und im Sommer 1944 war das gesamte Land befreit. Etwa 8-9% aller umgebrachten europäischen Juden stammten aus Weißrussland. Fast alle Städte des Landes waren völlig zerstört. Die Industriebetriebe sind um 85%,die Industriekapazität um 95%, die Staatsfläche um 40-50%, der Viehbestand um 80% zurückgegangen. Es gab nach Kriegsende 3 Millionen Obdachlose. 25% der weißrussischen Bevölkerung war verloren. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Weißrussland 10 Millionen Menschen. Erst gegen Ende der 80er Jahre war die Bevölkerung Weißrusslands wieder auf diese Vorkriegszahlen gewachsen. Die bewaffnete Widerstandsbewegung Weißrusslands galt als die stärkste Europas; es gab über 1000 Partisanengruppen.

Politik

Der erste Staatschef Belarus war Stanislau Schuschkewitsch (1991-1994). Jetzt ist Aljaksandr Lukaschenka Staatsoberhaupt. Weißrussland ist Mitglied im Rat für kollektive Sicherheit und bildet mit Russland die Russisch-Weißrussische Union, welche von einigen KritikerInnen als "kaum funktionierend und halb-illegal" bezeichnet wird.

Eine Stationierung von NATO-Truppen in den Nachbarländern Litauen und Lettland lehnt Lukaschenka ab. Er sieht darin ein Bedrohung für sein Land und kündigt "im Fall eines Angriffs der NATO" Konsequenzen an.

Lukaschenka dürfte laut der weißrussischen Verfassung eigentlich nicht mehr an der Präsidentschaftwahl 2006 teilnehmen, per Referendum ließ er im Oktober 2004 jedoch die Verfassung so ändern, dass für ihn keine Beschränkungen der Amtszeiten mehr gelten. Seine Gegner werfen ihm Wahlbetrug vor.


In diesem Dokument werden Materialien aus dem Artikel "Kategorie:Weißrussland " (Stand: 08. April2005 ) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia verwendet. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist hier verfügbar.

zusätzliche Quelle: worldfactbook



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