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Sonntag, 20 Mai 2012
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Lettland Allgemein
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besteht aus den vier historischen Regionen Kurland (Kurzeme) im Südwesten, Livland (Vidzeme) im Nordwesten, Semgallen (Zemgale) im Nordosten und Lettgallen (Latgale) im Südosten, und liegt in Nordeuropa, im Zentrum des Baltikums. Lettland grenzt im Süden an Litauen, im Osten an Weißrussland und Russland, im Norden an Estland und im Westen an die Ostsee. Lettland ist etwas kleiner als Bayern.

Lettland wird kulturell vor allem nordeuropäisch beeinflusst. Die Altstädte weisen die typischen im Raum der Hanse verbreiteten Elemente auf. Auch die aktuelle lettische Kultur besitzt vielfache Beziehungen zum schwedischen und finnischen, vor allem aber zum norddeutschen Kulturraum.

Neben der lettischen Mehrheitsbevölkerung (55,8%) gibt es eine starke russische Minderheit (32,3%), und kleine Gruppen wie die Weißrussen (3,9%), Ukrainer (3,5%), Polen (2,2%) und Litauer (1,3%) (FAZ vom 28. April 2004). Dazu kommt die Minderheit der ca. 1500 Liven, vor allem in Riga und einigen Küstendörfern (siehe auch Livische Sprache, Kurland). Insbesondere die russische Minderheit ist immer wieder Gegenstand von Konflikten, da sich deren Angehörige bisher in weiten Teilen nicht dem Einbürgerungsverfahren stellen wollten, das unter anderem einen Sprachtest umfasst. Dadurch sind sie keine lettischen Staatsbürger und haben somit kein Wahlrecht und können auch keine Beamtenlaufbahnen einschlagen.

Die Religion ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch, außer im mehrheitlich katholischen Lettgallen; die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist jedoch heute extrem gering, vermutlich eine der niedrigsten in Europa. Die lettische lutherische Kirche ist sehr konservativ und lehnt Frauen als Pfarrer ab. Damit begibt sie sich in eine gegensätzliche Position zu der lettischen Exil-Kirche zum Beispiel in Schweden. In der Folklore spielen auch die Vorstellungen und Lieder der altlettischen Religion noch eine große Rolle.

Der wichtigste Feiertag in Lettland ist Janis (der Johannistag) am 23. Juni, um den sich viele alte Bräuche ranken.

Lettland ist besonders bekannt für seine Volksmusik-Kultur. Von den typischen Dainas — meist vierzeiligen, nicht gereimten Lieder zu allen nur erdenklichen Themen von der Mythologie bis zu den Niederungen des Alltags — sind inzwischen über eine Million gesammelt worden, was im Verhältnis zur Bevölkerungszahl Weltspitze sein dürfte. Die Niederschrift dieser bis dahin mündlichen Überlieferung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Krišjanis Barons begonnen; sein eigens dafür gefertigter Daina-Schrank gilt heute als eine Art Nationalheiligtum.

In Riga (während der Sowjetzeit an verschiedenen Orten im Ausland) findet alle fünf Jahre ein großes Sängerfest statt, an dem mehrere tausend lettische, exil-lettische und internationale Chöre teilnehmen.

Wie bei den meisten sehr kleinen Völkern findet sich auch bei den Letten ein sehr ausgeprägter Patriotismus.

Wie auch in Estland war die Stadtkultur und der Großgrundbesitz deutschsprachig - und damit auch für Jahrhunderte die Intelligenz des Landes. Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese Minderheit nach einem Abkommen zwischen Hitlerdeutschland und dem schon unter sowjetischer Kontrolle stehenden Lettland ausgesiedelt. Ebensowenig ist die kulturell bedeutende jüdisch-jiddische Minderheit im öffentlichen Leben mehr existent (siehe auch unter Jiddische Sprache).


In diesem Dokument werden Materialien aus dem Artikel "Kategorie:Lettland" (Stand: 08. April2005 ) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia verwendet. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist hier verfügbar.

zusätzliche Quelle: worldfactbook



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