Großbritannien allgemein
Großbritannien ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
Im deutschsprachigen Raum (so auch in diesem Artikel) wird der Name meist auf Vereinigtes Königreich oder Großbritannien verkürzt. Ungünstig hingegen ist die Bezeichnung England. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes. Woher das "Groß" in "Großbritannien" stammt, wird im Französischen klar: "Großbritannien" ist die "Grande-Bretagne", im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten "Bretagne". Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
In der Antike war England, nicht jedoch Schottland, Wales oder Irland, während rund 350 Jahren von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angelsachsen (und später auch von den Wikingern) beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikingerstämme, die Inseln und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte. Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster blieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet. Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloß dafür wechselnde Bündnisse. Auf ihrem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde. Die Stärke Großbritanniens wurde durch die zwei Weltkriege deutlich verringert, obwohl das Land beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa zuzuwenden, ziert sich aber bis heute bei der Integration. Das Land ist zwar Mitglied der EU, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente.
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zusätzliche Quelle: worldfactbook
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